Eigentlich gehören wir ja zu den Skeptikern. Wir wissen nun mal, dass man in ein Aquarium nicht einfach Mittelchen A oder Elixier B träufeln kann und schon – wie von Zauberhand – entsteht das schönste Biotop. Seine Arbeit muss der Aquarianer schon leisten und die Zusammenhänge muss er früher oder später auf jeden Fall lernen; sonst wird er nie glücklich.
Dennoch: nicht jedem gibt’s der Herr im Schlaf und manchmal ist es ja auch wie verhext mit einem Becken. Deshalb hat auch ein Anti-Algen-Mittel seine Berechtigung. Biozide schaden aber sehr schnell auch mal den Beckenbewohnern, gerade den Wirbellosen, und deshalb musste Easy-Life AlgExit natürlich durch unseren Test.
Getestet wurde in 2 Becken:
- Becken A: Daheim bei Krügers. 200 l, einige Cherax Zebra (1 ausgewachsener und einiges an Nachwuchs), Red Fire und 3 Geweihschnecken, die aber erst gegen Ende der Behandlungsdauer hinzukamen. Wenig Licht, wenig Düngung. Im Becken befindet sich ein sehr großer Bolbitis heudelotii, der von Bartalgen schlimm befallen war. Zudem jede Menge Punktalgen und Staubalgen, also grüne Scheiben.
- Becken B: Im Laden. 112 l, 5 Amanos. 3 Anentome helena, 5 Geweihschnecken. 52W Licht, regelmäßige Düngung, CO2, UVC-Innenfilter. Hier zeigten sich auch Bartalgen auf Cryptocoryne Nevilli und in der Marsilea hirsuta sowie mäßig Fadenalgen in der Marsilea und im Moos.
In beiden Becken wurde nach Anleitung 4 Wochen lang mit Easy-Life AlgExit getestet, d. h. 1x wöchentlich wurden 10 ml je 100 l Wasser hinzugegeben, in Becken A also 20 ml und in Becken B 10 ml.
Reaktion der Tiere: Cherax zebra und Red Fire reagierten auf die Zugabe gar nicht. Die Amanos im anderen Becken schwammen nach Zugabe ca. 10 Minuten lang etwas aufgeregter herum, kehrten dann aber zu ihrem normalen Verhalten zurück, vermutlich “lockt” ein Inhaltsstoff von AlgExit die Amanos. Wir haben extra bei den Amanos begonnen, da das die Art ist, die am hemmungslosesten das Becken verlassen würde, sollte sie sich unwohl fühlen. Es gab weder im Amanobecken noch im Cherax Becken Verluste während der Behandlungsdauer.
Gegen Ende der Behandlung (zwischen Dosis 3 und 4) wurden im Cherax Becken noch drei Geweihschnecken eingesetzt, die ebenfalls nicht beeinträchtigt wurden.
„Stresstest“: In Cherax Becken wurde im gesamten Zeitraum kein Wasserwechsel durchgeführt. Inwieweit sich Easy-Life AlgExit im Becken anreichert oder nicht, ist uns nicht bekannt; es kam jedoch auch nach 4 Behandlungen ohne Wasserwechsel nicht zu Ausfällen bei den Tieren. Trotzdem lautet unsere Empfehlung natürlich, das Präparat immer nach dem wöchentlichen Wasserwechsel anzuwenden.
Und die Algen? Die sind tatsächlich (fast alle) weg. Den schlimmsten Befall stellten die Bartalgen auf dem Bolbitis heudelotii dar, die sich dort schon seit vielen Monaten sehr wohl gefühlt hatten. Bereits ab der 1. Dosis Easy-Life AlgExit konnte man zuschauen, wie sie langsam zurückgingen. Auf Grund der Befallsdichte und des Alters dauerte es allerdings länger und ganz weg gegangen sind sie in den 4 Wochen noch nicht (aber die Kur darf man ja verlängern
). Die Fadenalgen in Becken B waren sehr schnell weg. Die Bartalgen waren nach 4 Wochen vollständig verschwunden. Die Punkt- und Staubalgen verschwanden nicht einfach, sondern mussten natürlich manuell entfernt werden, was aber relativ einfach ging; sonst schrubbt man sich an den Punktalgen ja schon mal gerne einen Tennisarm.
Aus Forenbeiträgen anderer Aquarianer haben wir Hinweise, dass es bei starker Bepflanzung durch die Verwendung von Easy-Life AlgExit zu einem erhöhten Bedarf an Eisen kommen kann. Die Eisendüngung muss dann einfach erhöht werden.
Fazit:
Easy-Life AlgExit ist ein sehr wirksames Mittel gegen Grünalgen. Es schadet bei korrekter Dosierung und Anwendung unseren Wirbellosen nicht. Es kann auch in Starklichtbecken bei kräftiger Düngung verwendet werden. Easy-Life AlgExit erhält deshalb von uns als erstes Biozid das Urteil empfehlenswert.
Wichtig:
- Easy-Life AlgExit ist ein Biozid, das auf Salicylaten basiert.
- Biozide immer gesichert aufbewahren! Sie gehören insbesondere nicht in Kinderhände und in die Reichweite von Haustieren.
- Nicht überdosieren!
- Bei sehr starkem Algenbefall kann es durch das Absterben der Algen zu Sauerstoffmangel kommen. Bitte in diesem Fällen unbedingt auf eine ausreichende Belüftung achten.