Nachdem nun meine ehemals 6mm Stippen mittlerweile die Geschlechtsreife erreicht haben und ich heute auch das erste tragende Weibchen entdeckt habe, freue ich mich natürlich einerseits auf den Nachwuchs andererseits treiben mich aber auch einige Gedanken zu den bei mir lebenden Tieren um.
Die Mischlinge sehen hervorragend aus, mit weiterhin extrem deckendem Weiß, sauberen Binden, etc. Ähnlich gute Bees konnte ich bisher nur unter großen Anstrengungen hinsichtlich der Wasserwerte und Hygiene halten und vermehren.
Meine Mischlinge haben momentan einen Leitwert um 525 bis 575 µS und der pH kratzt knapp an der 8. Die Werte habe ich nach Rat schon seit dem Einzug der Tiere und bis auf einen Verlust kurz nach dem Einsetzen hat sich die Gruppe sehr gut entwickelt.
Wenn ich also so weiter denke und mir ansehe wie schnell die Preise für Taiwaner fallen, stellt sich mir doch die Frage, ist es nicht sinnvoller, das Taiwaner-Blut zu nutzen um “harte”Hochzucht-Bees zu züchten? Ich züchte gerne zum Selbstzweck und aus Leidenschaft, aber natürlich bin auch Kaufmann. Das Potenzial für Hochzuchtbienen die sich bei Werten von GH 15+ wohlfühlen und auch noch vermehren, dürfte gewaltig sein. Keine Soils, keine Torfsoden, kein GH+, keine Osmose… davon träumen sicher viele.
Das ist erst mal so der Gedanke der mich gerade umtreibt. Wie viel Taiwanerblut nötig sein wird um diese “Härte” auch für die nachfolgenden Generationen zu festigen – falls das überhaupt nötig ist – werden die nächsten Generationen zeigen, ich denke aber, dass sich die Taiwaner-Gene bei Mischlings-F2 und höher, nach und nach wieder verlieren.
Der andere Punkt ist natürlich: was passiert mit den Bee-Preisen wenn es plötzlich jedem möglich ist, hochwertige Bees nach zu ziehen? Die Frage beantwortet sich von selbst. Wäre das schlimm? Ich denke Nein. Jede Art hat ihren eigenen Reiz, teuer macht sie lediglich die Exklusivität. Ist es falsch wenn nahezu jeder schöne Bees halten kann? Auch hier denke ich klar Nein.
Ich freue mich immer wenn ich sehr schöne Tiere halten und vermehren kann. Beim Blick in die Zuchtbecken ertappe ich mich auch hin und wieder wie es “Bling-Bling-Bling” macht und ich im Geist den Wert des Beckens addiere, aber die Freude machen mir die Tiere, wenn ich sehe wie sie sich entwickeln und dass es ihnen gut geht.
Geld verdienen kann man mit Garnelen nur in seltenen Momenten, entweder über die Masse (nicht mein Ding) oder über Exklusivität (Brandneu und/oder schwer zu vermehren) – solange diese gegeben ist. Das Geschäft mit den Tieren bleibt also auch für die Zukunft schwierig, die Freude an ihnen wird mir aber nie vergehen.
Hallo Herr Krüger!
Momentan wird in “Züchterkreisen”, hauptsächlich in Asien, die Meinung vertreten, daß es sich bei den “Taiwan Bees” um eine “Spontan-Mutationen” der herkömmlichen Red-/Black- und Snow-White Bees handelt.
Das bedeutet eigentlich, daß es zwar eine rezessiv vererbbare Anlage für den Phaenotyp “Taiwan Bee” gibt, es ist aber noch unklar/unwahrscheinlich, ob und in wie fern sich dies auf andere Eigenschaften der Tiere auswirkt. Wahrscheinlich ist, daß es außer dem optischen Aspekt keine weiteren Unterschiede gibt. Leider hat sich noch niemand den Spaß gemacht (und das Geld dafür auf den Tisch gelegt
), diese Tiere genetisch näher bestimmen zu lassen.
In Deutschland wird von vielen Interessierten eine Kreuzung mit der Schwarzen Tigergarnele vermutet, dies wird von asiatischen Züchtern jedoch dementiert mit der Aussage, der “Erfinder” der Taiwan Bee hätte diese Garnelenart niemals gehalten.
Worauf ich eigentlich hinaus möchte, ist die Frage, ob die sogenannten “Taiwan Mischlinge” wirklich robuster sind, als “normale” Hochzucht-Bienengarnelen, und woher dieser Umstand herrührt? Nach wie vor handelt es sich bei diesen Tieren wahrscheinlich um “stinknormale” Bienengarnelen, auch wenn sich deren Optik stark unterscheidet.
Ich persönlich glaube nicht daran, daß sich die Konstitution dieser Garnelen geändert hat. Viel mehr glaube ich, daß viele Halter und Züchter mittlerweile die technischen Mittel haben – eben Dank Soil, viel Filterfläche, frei zugänglichem Wissen anderer etc. – ihre Garnelen so erfolgreich nachzuziehen.
Noch sind die Taiwan-Bees nicht in der Preisklasse angelangt, in der sie von jedem Garnelenbegeisterten problemlos gekauft werden kann, man bedenke daß der Straßenpreis pro Taiwanbee noch bei 120 – 150 Euro liegt. Für ein Tier.
Für die immer zahlreicher erhältlichen Tiere sind also in erster Linie die ambitionierten (Hobby)Züchter verantwortlich, die auch bereit sind/waren, einen solchen Preis zu bezahlen. Ich gehe einfach mal davon aus, daß deren Aufzuchtsraten etwas höher liegen, als bei Fritz Meyer mit seinem 20L NanoCube um die Ecke
Da die Bienengarnele in “der freien Natur” aus Habitaten kommt, die weiches, saures Wasser bieten, bin ich jedenfalls skeptisch bei dem Traum, die “Mutation” der Taiwan-Bee könnte Einfluss auf die Anpassungsfähigkeiten der Tiere haben.
Auch die “überdurchschnittliche Qualität” der Taiwan-Bee Mischlinge möchte ich an dieser Stelle in Frage stellen. Meiner persönlichen Erfahrung nach entsprechen die entstandenen Hybriden aus “Bee” und “Taiwan Bee” zu einem großen Prozentsatz der Qualität der Ausgangstiere. Sprich, wer für seine Mischlingsvermehrung nur “handelsübliche” 3- und 4-Band-Bees einsetzt, kann nicht erwarten, Bilderbuch-Exemplare im Nachwuchs wiederzufinden. Sowohl Farbdichte als auch Zeichnungsmuster haben zumindest bei meinen Versuchen bis zur F3 (da bin ich jetzt) nicht von den Ausgangstieren abgewichen, oder zumindest nur im normalen, zu erwartenden Rahmen. Das bedeutet für mich nach wie vor: Ohne Fleiß, kein Preis
Zu guter letzt noch etwas zur Vererbung: Ich gehe davon aus, daß die “Taiwan Genetik” spalterbig rezessiv vererbt wird. Das bedeutet, daß sich die Anlage zur “Taiwan Bee” nicht ausschleicht, sondern durchaus über lange Generationsfolgen bestehen bleiben kann. Nicht nur in meinen Becken sind in der F3 auch schon Taiwan Bees gefallen.
Das “Problem” ist, daß ab der F2 wieder Bienengarnelen ohne die Taiwan-Gene fallen, die sich allerdings optisch nicht von denen mit der Veranlagung unterscheiden lassen. Dies führt natürlich dazu, daß man überhaupt keine Kontrolle mehr darüber hat, ob sich nun die richtigen Tiere finden oder nicht. Es wäre ja so schön einfach, wenn man sagen könnte, “alle Garnelen die auffällig gute Qualität haben, sind Taiwan-Mischlinge”. Leider ist es aber nicht so, denn wie oben beschrieben, hängt die Qualität vom “Ausgangsmaterial” ab.
Durch etwas Knobelei und kleine Gruppen ist es aber auch möglich, via “Trial and Error” die richtigen Männchen herauszusuchen und wieder Zuchtgruppen zu bilden. Ich bin mir sicher, daß ich auch in der F4 wieder Taiwan-Nachwuchs finden werde, aber das wird erst die Zeit wirklich zeigen.
Bitte fassen Sie diesen Kommentar nicht als Kritik, Angriff oder gar Besserwisserei auf, denn nichts liegt mir ferner. Ich wollte nur die Gelegenheit nutzen, um zu diskutieren. Ich finde es interessant, Ihre Erfahrungen mit den Mischlingen zu lesen und warte gespannt ab, ob sich daraus wirklich mal die “ultimative Garnele” für den “Hausgebrauch” herauszüchten lässt. Oder eben auch nicht
Mit den besten Grüßen,
Muffin vom Garnelenblog
Hallo Muffin,
vielen Dank für den guten und umfangreichen Kommentar! Und bitte nicht Herr Krüger, Thorsten fände ich super
Ich bin da in vielen Punkten einer Meinung. Welche der Herkunftstheorien richtig ist, mag ich nicht beurteilen, auch wenn für meine Gedankenspiele die Einkreuzung einer anderen Art natürlich vorteilhafter wäre.
Dass aber nur wenige Informationen bzgl. der äußeren Erscheinung mutiert sind / eingekreuzt wurden, bezweifle ich. Die Toleranz zu härterem Wasser, hohem pH-Wert und auch höheren Temperaturen ist ja nicht nur bei mir gegeben, sondern wurde mir schon von mehreren Seiiten mitgeteilt.
Meiner Meinung nach, hat sich da einiges mehr am Genom verändert als die Farb- und Zeichnungsinformationen und darum neige ich eher der Kreuzungstheorie zu – auch wenn ich nicht zwangsläufig an schwarze Tiger denke, nur weil es zeitlich gerade so schön passen würde.
Das angesprochene Problem, dass normale Bienen fallen ist ja mein eigentliches Problem, nämlich dass sich der Taiwan-Bee-Anteil genetisch wieder “ausschleicht” wenn der Bienenanteil überhand nimmt. Letzten Endes sollten reine Bienen aber nicht all zu vermehrungsfreudig sein bei härteren Wasserwerten. Das müsste mir wieder in die Karten spielen.
Von mir aus dürften ja die rezessiven Gene für den Phänotyp Taiwan-Bee ganz verschwinden und die für die Umwelttoleranz dominant weitergegeben werden – zugegeben, das wäre der Idealfall und so einfach ist es nicht. Ich werde die F1 jedenfalls versuchen separat in beide Richtungen (Taiwaner und harte Bees) weiterzuentwickeln.
Ich habe in den letzten Jahren schon öfter versucht Bees ab SS in Richtung größerer Standfestigkeit zu entwickeln und bin dabei immer wieder ab ca. 350 µS hängen geblieben. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass mich der Gedanke einer standfesten Bee bei den Taiwan-Mischlingen nicht los lässt.
Dein Kommentar kam übrigens schon richtig an, ich freue mich über das Feedback, vor allem weil Du schon 2 Generationen weiter bist und darüber hinaus auch einige Erfahrung hast.
Also ruhig weiter diskutieren und Denkanstöße liefern
hallo thorsten ich selbst pflege red bee garnelen habe mit 3und 4 bänder angefangen und habe sie bis zum heutigen tag ohne eine fremd garnele rein zuzüchten es bis auf k12 gebracht und alles bei normalen leitungs wasser und nächste woche kaufe ich mir rein erbige taiwan panda für einen echt super schnäppchen preis ich selbst habe auch schöne yelow fire garnelen und die ersten junge zeichnen sich schon ab wenn sie da sind dann werde ich mich bei ihnen melden vieleicht sind sie ja daran intresiert gruß andreas p.s habe jetzt endlich eine antwort auf meine frage warum meine garnelen einen rosa schimmer aufweissen eine züchterin hat auch welche mit diesen an zeichen umd meint sie hätten noch ebi ten blut in sich also eine von und zu garnelen mit adels blut nicht schlecht